Interview mit Peter Weigel zum Kauf der MR SYSTEME durch die GLC Glücksburg Consulting

(B)ereichsleitung IT-Services & Solutions der GLC: Peter Weigel
(R)edakteur: Richard Jones
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Peter Weigel:

IT-Services & Solutions der GLC

(R) Die GLC hat kürzlich die MR mit ihren drei Standorten und 40 Mitarbeitern erworben. Wir sprechen heute darüber, wer die GLC ist, was sie zum Kauf bewogen hat und was dieser Schritt für die GLC und die MR bedeutet. Wer ist die GLC genau?

(B) Die GLC Glücksburg Consulting AG ist ein mittelständisches Beratungsunternehmen, welches 1994 durch Professor Martin Weigel und Christoph Prinz zu Schleswig-Holstein gegründet wurde. Wir sind ein umsetzungsorientiertes Beratungshaus und führend im Bereich des Destinationsmanagements. Wir sind Outsourcing- und Projektpartner für Mittelstand und Kommunen und können diese ganzheitlich bedienen. Dabei stehen der Kunde und seine Bedürfnisse stets im Fokus. Ein Branchenschwerpunkt ist ganz klar die Tourismus-Wirtschaft.

(R) Wie kam es dazu, dass ein Beratungshaus den Bedarf sah, ein IT-Systemhaus zu kaufen?

(B) Es gab aus meiner Sicht mehrere Gründe für den Kauf: Der IT-Anteil an Beratungsleistungen wuchs in den letzten Jahren stetig; und auch bei der Umsetzung von Kundenprojekten wurde die digitale Komponente strategisch immer wichtiger. Die IT der GLC fungierte bis 2011 bis auf wenige Ausnahmen als reiner interner Dienstleister. Der Startschuss zur „Marktöffnung“ kam 2012 mit der Projektentwicklung „Torfhaus HARZRESORT“, bei dem wir den konzeptionellen Anspruch nach einer innovativen Gesamtlösung erfolgreich unter Beweis stellen konnten. Während der starken Wachstumsphase der GLC-IT zwischen 2012 und 2018 wurde offenkundig, dass die GLC mehr tun muss, um IT-Fachkräfte anzulocken. Wir waren als Arbeitgeber für IT-Fachkräfte am Arbeitsmarkt nicht ausreichend sichtbar, um erfahrene Mitarbeiter anzuziehen. Um unsere Digitalkompetenzen zu erhöhen entschieden wir uns dazu, ein IT-Systemhaus in unsere Unternehmensgruppe zu holen.

Wichtig war uns die Kompetenz in der IT-Infrastruktur, um saubere, reibungslose Prozesse und Lösungen für Kunden zu gewährleisten. Auch der Bereich Vertrieb war ein entscheidender Faktor für unsere Entscheidung, ein Systemhaus zu erwerben: Die IT hatte bis dato Leads überwiegend durch die Vorstandsmitglieder erhalten; wir waren nicht aktiv auf Neukundensuche und haben uns auf das Cross-Selling von Projektleistungen bei Bestandskunden sowie die Umsetzung großer IT-Projekte fokussiert. IT-Systemhäuser haben in der Regel einen ausgeprägten Vertrieb. Wir konnten uns so also die Kosten des Aufbaus eines eigenen, neuen Vertriebs sparen und trotzdem die Erschließung weiterer Vertriebswege mit neuen Kunden und Märkten vorantreiben.

(R) Hatte die GLC von Anfang an MR auf dem Schirm?

(B) Tatsächlich war das eher Zufall: Ein Mitarbeiter aus unserem Business Consulting-Team in Hamburg hatte im Auftrag von Prof. Martin Weigel bereits 2019 begonnen, potenzielle Kandidaten zu screenen. Um geeignete Kandidaten inhaltlich zu identifizieren, haben Sebastian Schack, unser stellvertretender Teamleiter, und ich den Prozess dahingehend unterstützt, Kandidatenprofile aus technologischer Sicht vorzufiltern. Als der Prozess bereits in vollem Gange war, kam in 2020 dann der Kontakt über evolutionplan mit der MR zustande. Und MR ist mit ihrem Profil bei uns sofort in eine Favoritenrolle gerutscht.

(R) Welches waren die Kriterien für die Entscheidung, dass es gerade MR sein sollte?

(B) Du kennst das aus dem Systemhausbereich: Wenn das Gesamtpaket stimmt, kauft der Kunde. Und genau das traf bei der MR zu, sowohl technisch, ökonomisch als auch personell. Insbesondere das Team Wegner (evolutionplan) – Meyer (Inhaber MR) – Müller (Geschäftsführer MR) hinterließ von Anfang an einen authentischen und überzeugenden Eindruck.

Es gab ein erstes Kennenlernen. Die Gespräche liefen sehr strukturiert, die Kommunikation war sehr offen. Die Chemie hat einfach gestimmt. Herr Müller als langjähriger Mitarbeiter der MR, der das Unternehmen gut kennt, konnte im finalen Frage-Antwort-Spiel überzeugen. Neben diesen „soften Kriterien“, die uns ein gutes Bauchgefühl gaben, wurde der erste Eindruck allerdings auch auf Faktenbasis bestätigt: Die Geschäftszahlen stimmten, die Unternehmensstruktur war gesund und durchdacht. Die regionale Ausrichtung von MR war ein weiterer wichtiger Aspekt, da die GLC ähnlich arbeitet. Und schlussendlich stimmten auch das Investitionsvolumen, die Gesamtgröße und das Portfolio. Wie gesagt: Das Gesamtpaket stimmte einfach. So war es auch keine besondere Überraschung, dass der Aufsichtsrat der GLC der geplanten Akquisition schnell grünes Licht gab.

(R) Wie wird sich der Eingliederungsprozess aus deiner Sicht darstellen?

(B) Die GLC-IT wird in die MR integriert. Wir werden uns die Zeit nehmen, die wir brauchen, damit wir jeden Einzelnen abholen können und die Chance haben, organisch zusammenzuwachsen. Sowohl die Mitarbeiter der MR als auch die der GLC-IT müssen mitgenommen werden. Und ich erkenne großes Potenzial, davon zu profitieren.

Die GLC-IT wird einen Branchenfokus „Hospitality“ beibehalten und weiterentwickeln. Darunter verstehen wir das komplette Gastgewerbe, auch die sogenannte Para-Hotellerie, wozu auch Krankenhäuserbetten und Wohnheime aller Art zählen. Dort sind wir vor allem im Projektgeschäft tätig und übernehmen im Anschluss die Verantwortung für einen hochverfügbaren und innovativen IT-Betrieb.

(R) Welche Erwartungen hat die GLC an die Mitarbeiter der MR?

(B) Die Erwartung des Teams ist, dass wir herzlich mit offenen Armen aufgenommen werden. Jeder Einzelne – ob MR oder GLC – wünscht sich sehr wahrscheinlich, dort abgeholt zu werden, wo er gerade steht. Jeder benötigt seine Zeit; das ist OK. Ich wünsche mir, dass bei jedem zum Abschluss der Integration das Gefühl dominiert: „Wow, das war eine wirklich coole Aktion, und wir alle profitieren davon!“

(R) Danke für das offene und ehrliche Gespräch. Möchtest du abschließend noch etwas sagen?

(B) Der Appetit kommt bekanntlich beim Essen! Das gesamte GLC-IT-Team freut sich auf die Zusammenarbeit mit allen und auf zeitnahe erste gemeinsame Projekte und Erfahrungsaustausch. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit innovativen Produkten und Leistungen wachsen und damit am Markt langfristig erfolgreich sein werden. Am Ende dienen wir alle dem Wohle unserer Kunden. Das wird auch in Zukunft beim Streben nach ständiger Verbesserung im Vordergrund stehen.