Interview zum Thema virtuelles Storage

Wir sprechen mit unserem IT-Systemarchitekten Frederich Unger über ein kürzlich erfolgtes Kundenprojekt.

(I)T-Systemarchitekt: Frederich Unger
(R)edakteur: Richard Jones

(R) Frederich, vor kurzem hast du ein Kundenprojekt zum Thema virtuelles Storage begleitet. Was waren die Ziele des Kunden?

(I) Der Kunde ist ein mittelständisches Großhandelsunternehmen mit etwa 30 Mitarbeitern aus der Region Hannover. Insbesondere die Kommunikation per E-Mail, die Warenwirtschaft und Lagerverwaltung sind wichtige Kernprozesse für das Unternehmen: Die Mitarbeiter sind an sehr schnelle Datenverarbeitung und Always-On-Systeme gewöhnt.

Die Infrastruktur war nach 4 Jahren Nutzungsdauer in die Jahre gekommen und sollte ausgetauscht werden. Dabei war unserem Kunden wichtig, nicht nur alte gegen neue Hardware zu tauschen, sondern auch aktuell am Markt befindliche Lösungen und damit einen Strategiewechsel zu prüfen. Er hat uns mit einer entsprechenden Fachplanung beauftragt.

(R) Wie sah der Prozess von der Entscheidung über die Planung bis zur Umsetzung aus?

(I) Wir betreuen die IT dort seit vielen Jahren und sind daher sehr nah dran. Zuvor wurde ein klassisches Server-Client-Netzwerk betrieben, wobei die Server aufgeteilt waren in Anwendungssysteme für die Verarbeitung von Daten („Compute Nodes“) und in Speichersysteme für die Ablage verarbeiteter Daten („Storage“). Wir kannten die Umgebung genau und stimmten uns eng mit dem Kunden ab.

Der Kunde ist innovativen Technologien gegenüber sehr offen und wollte eine moderne und zukunftsfähige Lösung. Wir haben uns mit verschiedenen Optionen auseinandergesetzt und kamen zu dem Schluss, dass ein virtuelles Speichernetzwerk in einer hyperkonvergenten Infrastruktur die beste Option darstellt.

[Anm. der Red.: Hyperkonvergente Infrastruktur: Damit bezeichnet man eine IT-Infrastruktur, der eine software-zentrierte Architektur zugrunde liegt, in der Anwendungs- und Speichersysteme eng miteinander verzahnt sind.]

(R) Warum? Welche Vorteile habt ihr darin gesehen?

(I) In unserer Fachplanung, anhand derer wir Leistungs- und Budgetvorgaben berücksichtigten, wurde festgestellt, dass für die Lösung mindestens 3 Hosts benötigt wurden, auf denen dann virtuelle Maschinen bereitgestellt und damit eine Ausfallsicherheit bei Versagen einzelner Maschinen geschaffen werden sollten. Dieses Setup hat gegenüber dem etwas günstigeren bisherigen Ansatz den Vorteil, dass es viel leichter zu administrieren ist. Außerdem ist es hochgradig skalierbar, sodass der Kunde auch bei schnellem Wachstum zukunftssicher aufgestellt ist: Werden mehr Ressourcen benötigt, so wird lediglich ein weiterer Host mit den entsprechenden Festplatten hinzugefügt – unkompliziert und einfach.

(R) Gab es aufgrund der Pandemiesituation bei der Umsetzung Besonderheiten?

(I) Wir haben die Umsetzung zur Sicherheit an einem Wochenende, also außerhalb der Geschäftszeiten des Kunden, vorgenommen. Wir waren zu dritt vor Ort im Einsatz, achteten dabei natürlich auf Mindestabstände, Masken und die Hygienemaßnahmen. Es verlief alles nach Plan. Die neuen Hosts wurden konfiguriert, die diversen virtuellen Maschinen verschoben, die Daten migriert und das System online gebracht. Nachdem alle Tests erfolgreich bestanden waren, bauten wir die alte Hardware noch am gleichen Wochenende ab. Am Montag darauf lief der Geschäftsbetrieb beim Kunden vollkommen sauber weiter.

(R) Danke für deine Zeit und die Einblicke in deinen Alltag als IT-Systemarchitekt bei der MR.